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Schloss Tausendlust

 
 
Schloss Tausendlust (Altenburg) - Kupferstich aus Topographie Ducutas Stirial (1681) von Georg Matthäus Vischer 
Schloss Tausendlust (Altenburg) - Kupferstich aus Topographie Ducutas Stirial (1681) von Georg Matthäus VischerSchloss Tausendlust (Altenburg) - Kupferstich aus Topographie Ducutas Stirial (1681) von Georg Matthäus Vischer
 

Fährt man von Höllberg in Richtung Stein, sieht man direkt an der Gemeindestraße ein nach außen hin recht abweisend wirkendes, architektonisch ungegliedertes Bauwerk. Es ist dies Schloss Tausendlust, auch unter dem Namen „Altenburg“ bekannt, dessen Geschichte recht weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Im 16. Jahrhundert wurden in Graz und der näheren Umgebung der Stadt mehrere Adelssitze errichtet. Zu jener Zeit regierte Erzherzog Karl II. von Graz aus ganz Innerösterreich. Nicht nur Adelsfamilien, auch höhere Beamte bei Hof waren bestrebt, sich möglichst nahe der Residenz sesshaft zu machen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Alexander Rüdt von Khollenburg das Schloss Altenburg auf dem nach Osten steil abfallenden Höhenrücken zwischen Lieboch- und Södingtal. Der Name „Altenburg“ deutet darauf hin, dass es an dieser Stelle möglicherweise bereits im Mittelalter eine Burganlage gegeben hat, was jedoch heute nicht mehr nachzuweisen ist. Das zweistöckige Gebäude ist in seiner ursprünglichen Form weitgehend unverändert erhalten geblieben. Der Stich aus Vischers „Topographischem Lexikon der Steiermark“ aus dem Jahr 1678 zeigt die Ansicht von „Altenberg insgemein Tausentlust“. Der darauf noch zu sehende Seitenflügel des Schlosses wurde 1799, der Turm nach einem Blitzschlag 1825 abgetragen.

Im Jahre 1605 verkaufte der Sohn des Erbauers, Christof Rüdt von Khollenburg, den Edelmannsitz an Adam Gabelkhofer. Dieser stammte aus einer obersteirischen Gewerkenfamilie und wirkte als Leibmedikus bei Erzherzog Ferdinand in Graz. Seine Tochter, Catharina Gabelkhofer, veräußerte im Jahr 1650 den „Edelmannsitz Tausendlust am Altenperg gelegen“ an Christof Rudolf Freiherrn von Eibiswald. Neben dem Schloss gehörten auch Meierei, Keller und Weinpresse zum Besitz. Die recht kargen Einkünfte bezog der neue Schlossherr in erster Linie aus dem Weinbau. Er konnte den Besitz aber nicht halten und musste Tausendlust ein Jahr später wieder der früheren Besitzerin zurückgeben.

Zwanzig Jahre später ging der „frey adeliche Sitz und Gietl Tausendlust genannt am Khainachpoden gelegen“ an Johann Caspar von Kellersperg. Rund 250 Jahre blieb Tausendlust nun im Besitz der Familie Kellersperg. Im Jahr 1878 schrieb Janisch in seinem „Topographisch-statistischen Lexikon der Steiermark“, dass das Schloss schon größtenteils verfallen sei und nur noch als Winzerei diene. Seit einigen Jahren wird Schloss Tausendlust von neuen Besitzern behutsam renoviert, damit es seinem vielversprechenden Namen wieder Ehre machen kann.

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